Lehrstuhl für Computergestützte Modellierung und Simulation
Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt
Technische Universität München

Unter Building Information Modeling (BIM) versteht man die Erstellung digitaler Bauwerksmodelle und ihre Nutzung über den gesamten Lebenszyklus eines Bauvorhabens, von der Planung über den Bau bis zum Betrieb. Mit der Einführung von BIM sollen die bislang im Bauwesen vorherrschenden Arbeitsweisen abgelöst werden, die überwiegend auf 2D-Zeichnungen beruhen und nur sehr eingeschränkt Gebrauch von digitalen Werkzeugen machen. Gerade die Komplexität von Großprojekten ist damit schwer handhabbar, was häufig zu Planungsfehlern und regelmäßig zu Überschreitungen des Kosten- und Zeitrahmens führt. Die konsequente Nutzung digitaler Methoden verspricht eine deutliche Erhöhung von Zeit- und Kostensicherheit. Ihre Einführung gestaltet sich aber angesichts der starken Fragmentierung der Baubranche und der komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen als besondere Herausforderung.

Die Bunderegierung verfolgt seit einigen Jahren eine umfassende Strategie zur Digitalisierung der Baubranche. So sieht der 2015 veröffentlichte Stufenplan des BMVI vor, dass ab 2020 alle in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Bauvorhaben mithilfe der BIM-Methode abgewickelt werden. Um diese Transition und den tiefgreifenden technologischen Wandel in der Baubranche zu unterstützen, hat das BMVI zusammen mit dem BMI im Juli 2019 das Nationale BIM-Kompetenzzentrum eingerichtet. Es soll die Kompetenzen in diesem Bereich bündeln, als zentraler Ansprechpartner fungieren und die notwendigen Entwicklungen koordinieren und vorantreiben.

Die Technische Universität München gehört mit dem Lehrstuhl für Computergestützte Modellierung und Simulation zu einem Konsortium aus 20 Partnern, dass sich einem kompetitiven Vergabeverfahren durchsetzen konnte und den Zuschlag für das Kompetenzzentrum erhalten hat. Die TUM wird ihre weitreichende Expertise im Bereich BIM und Digitales Bauen in den folgenden Bereichen einbringen:

  • Koordination von BIM-Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene
  • Entwicklung und Umsetzung einer Normungsstrategie
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen für den Bundesinfrastruktur- und –hochbau
  • Abstimmung auf internationaler Ebene
  • Entwicklung von Aus- und Weiterbildungskonzepte für den Verkehrsinfrastrukturbau und Hochbau des Bundes
  • Konzeption der BIM Cloud des Bundes, die der zentralen Bereitstellung standarisierter BIM-Inhalte dient
  • Entwicklung von Konzepten zur Nutzung von BIM in der Betriebsphase
  • Entwicklung der BIM-Strategie des Bundes für die Zeit nach 2025

Prof. Dr.-Ing. André Borrmann ist Inhaber des Lehrstuhls für Computergestützte Modellierung und Simulation an der Technischen Universität München. Sein Schwerpunkt in Forschung und Lehre liegt auf den Technologien und Methoden des Building Information Modeling (BIM). Er war Mitglied im Autorenteam des BIM-Stufenplans des BMVI, Mitwirkender bei der Initiative BIM4INFRA2020, die mit der Umsetzung des Stufenplans betraut war, hat zahlreiche BIM-Pilotvorhaben begleitet und ist auf nationaler und internationaler Ebene in der BIM-Standardisierung tätig (buildingSMART, VDI, DIN). Daneben ist er Sprecher des Arbeitskreis Bauinformatik, dem Zusammenschluss der deutschsprachigen Lehrstühle in diesem Bereich, sowie der Themenplattform Digitales Planen und Bauen im Zentrum Digitalisierung Bayern. Er ist Autor zahlreicher Fachveröffentlichungen und Mitherausgeber des Springer-Buchs „Building Information Modeling – Technologische Grundlagen und industrielle Praxis“, das sich als Standardwerk etablieren konnte.

Lehrstuhl für Computergestützte Modellierung und Simulation

Prof. André Borrmann

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